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Die Wunschmaschinen, ein Begriff des Philosophen Gilles Deleuze und des Psychiaters Félix Guattari, verkörperten für die beiden Autoren des «Anti-Ödipus» das Unterbewusste in einer von der Technologie fundamental geprägten Welt. Ein Unterbewusstes, welches nicht als Theaterbühne von symbolischen Repräsentationen gesehen wird – die Kritik galt der Psychoanalyse – sondern, politischer verstanden, als eine produzierende Fabrik. Die produktiven, Wirklichkeit produzierenden Wünsche sind Wunschmaschinen, sie sind unser Begehren in der Interaktion mit der Welt. Die Wunschmaschinen sind eine krisenhafte Angelegenheit: Markt und Medien, die Politik wissen die Wunschproduktion zu nutzen, die Psychiatrie behandelt sie in ihrer Entgrenzung als Krankheit. Die Maschinen stottern, laufen heiß, gehen kaputt, lösen sich in immer wieder neuen Gefügen einer schizophrenen, kapitalistischen Gesellschaft auf, ohne sich verwirklicht zu haben.

Einer, der loszieht, um seine Wunschmaschinen zu befreien, ist der Schizo. Wir schweifen mit ihm umher, durch die Psychogeographie einer Stadt, wo er auf andere, weitere trifft, die sich selber Revolution geworden sind in ihrer gesellschaftlichen und schöpferischen Ab- und Entgrenzung: Exzentriker, Schizophrene, Künstler und Schriftsteller – Existenzen auf dem schmalen Grat zwischen Passion und Pathologie.

Das Hörspiel kommt in akusmatischer Form (eine Lautsprecher-Vorführung) zur Aufführung. Dabei kommt die Ambisonics-Technologie zum Einsatz, eine spezielle Surround-Technik, welche dreidimensionale Klangräume erzeugen kann.

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Sprecherinnen und Sprecher:

Der Schizo: Sascha Gersak
Artaud: Yves Raeber
Ivan: Oleg Lips
Eliza, Moderatorin, Chor der Apparate: Pilu Lydlow
Sacher-Masoch, Doktor Weber: Ewdard Piccin
Schreber: Jörg Reichlin
Wanda, Doktor Barat, Chor der Apparate: Dagmar Gabriel
Doktor Freud, Guy: Helmut Schüschner